Noah Sing holt Dreifach-Gold bei den Europameisterschaften in Spanien

Bei den Europameisterschaften im Inline-Alpin im nordspanischen Villablino hat Noah Sing seinen EM-Titel in der Königsdisziplin Slalom in einem dramatischen Hundertstel-Krimi erfolgreich verteidigt. Mit insgesamt drei Goldmedaillen im Gepäck kehrte der Inline-Alpin-Skater aus Winnenden zurück. Auch sein junger Vereinskollege Silas Bauer überzeugte bei seiner EM-Premiere im Kreis der europäischen Elite.

Gold-Rausch in den Team-Wettbewerben

Die Titelkämpfe im Norden Spaniens waren ein echter Marathon: 135 Teilnehmer aus zehn Nationen kämpften an drei Wettkampftagen von frühmorgens bis tief in die Nacht um die Medaillen. Schon der Auftakt im Teamwettbewerb des Riesenslaloms verlief aus deutscher Sicht hervorragend. Das deutsche Vierer-Team raste zu Gold. Dank einer kurzfristigen Technik-Umstellung steuerte Sing Topzeiten bei und half entscheidend, den Dauerrivalen aus Italien auf Platz zwei zu verweisen. Spanien wurde Dritter. Die zweite Gold-Party stieg einen Tag später im Team-Slalom: Hier deklassierte die deutsche Mannschaft die Konkurrenz komplett. Sing brannte die absolute Bestzeit aller Teilnehmer in den Asphalt und sicherte dem Team den Titel mit einem komfortablen Vorsprung von über vier Sekunden vor Italien.

Nervenkrimi im Slalom: Sing behält die Ruhe

Der absolute Höhepunkt folgte im Einzel-Slalom, der sich zu einem sportlichen Krimi entwickelte. Nach dem ersten Durchgang lag Sing noch zeitgleich mit seinem Nationalmannschaftskollegen Luca Gökeler (TV Unterlenningen) an der Spitze. Die Konkurrenz lauerte nur Hundertstelsekunden dahinter. Im Finallauf legte Gökeler eine furiose Fahrt hin und rettete sich trotz eines Beinahe-Sturzes kurz vor dem Ziel in die Führung. Dann schlug die Stunde von Noah Sing: Als letzter Starter bewahrte der Winnender die Nerven, zog eine fehlerfreie, sichere Linie und ließ die Uhr im Ziel grün aufleuchten. Mit 0,31 Sekunden Vorsprung riss er die Arme hoch – die Titelverteidigung war perfekt. Die Erleichterung und der Jubel bei dem Winnender waren riesig.

Pech im Parallelslalom

Nach Platz sieben im Riesenslalom-Einzel wollte Sing am letzten Wettkampftag auch im packenden Parallelslalom unter Flutlicht nach den Medaillen greifen. Doch ein Fahrfehler im Viertelfinale gegen Gökeler, bei dem Sing eine Torstange zwischen die Beine bekam, kostete eine Sekunde Strafzeit – das vorzeitige Aus.

Ein starkes Debüt

Grund zur Freude hatte die SV Winnenden auch abseits der Medaillen: Der junge Silas Bauer wurde kurz vor den Titelkämpfen frisch in den Bundeskader berufen. In seinem ersten Jahr in der bärenstarken Seniorenklasse hielt er gut mit. Nach Platz 19 im Riesenslalom und einem hervorragenden 16. Platz im Slalom schied er im Parallelslalom erst im Achtelfinale gegen den italienischen Top-Fahrer Mattia Pe aus. Ein gelungener Auftritt, der für die Zukunft der Winnender Inline-Alpin-Asse hoffen lässt.