Skater zeigen in Tschechien ihre Klasse

260628 VysokaPec 2360

Hochsommerliche Hitze und eine extrem anspruchsvolle Strecke: Die Inline-Alpin-Sportler der SV Winnenden haben beim Weltcup im tschechischen Vysoka Pec (bei Jirkov in Nordböhmen) Klasseleistungen gezeigt. Allen voran Noah Sing, der im Weltcup-Slalom auf den zweiten Platz raste. Beim Riesenslalom sicherte er sich zudem den dritten Rang.

Ein starkes Comeback feierte Maximilian Löw. Nach einer langen Rennpause fuhr er im Slalom auf einen grandiosen dritten Platz. Im Riesenslalom rundete er das Top-Ergebnis mit Rang fünf ab. Der Junior im Team, Silas Bauer, war zum ersten Mal in Tschechien am Start. Mit zwei sicher ins Ziel gebrachten Rennen (Platz 13 im Slalom, Platz 15 im Riesenslalom) konnte er sich in den Ranglisten weiter nach vorne arbeiten.

Sturzgefahr in der Haarnadelkurve

In Nordböhmen wurde das dritte Weltcuprennen im Slalom sowie das erste Weltcuprennen im Riesenslalom ausgetragen. Die äußeren Bedingungen verlangten den Athleten alles ab. Bei Temperaturen von fast 40 °C war eine sehr gute Kondition gefragt.

Zudem wartete die Strecke mit einer Besonderheit auf: Eine 180-Grad-Haarnadelkurve im steilsten Streckenabschnitt gilt als absolutes Alleinstellungsmerkmal im gesamten Inline-Alpin-Sport. Da der restliche Kurs sehr flach ist, müssen die Sportler nach der Kurve enorm viel Laufarbeit aufbringen.

Sowohl für die Kurssetzer als auch für die Rennläufer ist die Kurve eine Schlüsselstelle. Zahlreiche Sportler anderer Vereine verloren völlig den Rhythmus, mussten stark abbremsen oder stürzten schwer in die Absperrung. Die Skater der SV Winnenden spielten jedoch ihre technische Klasse aus und meisterten die Kurve in jedem einzelnen Lauf flüssig.

Technische Herausforderungen im Riesenslalom

Die Wettbewerbe starteten mit dem Riesenslalom. Mit den Plätzen drei (Sing), fünf (Löw) und fünfzehn (Bauer) war das Winnender Trio hochzufrieden. Nach der Haarnadelkurve waren die Kurse sehr direkt gesteckt. Davon profitierten vor allem Sportler, die die flachen Passagen rein läuferisch gut bewältigen konnten.

Für die Winnender, die auf eine klassische Riesenslalomtechnik in der Hocke setzen, war dies ein kleiner Nachteil. Insofern sind die Ergebnisse im Riesenslalom umso höher einzuschätzen.

Krimi im Slalom: Löw schockt die Weltelite

Auch im Slalom war die berüchtigte Haarnadelkurve wieder die entscheidende Stelle. Hier sorgte Maximilian Löw für eine Überraschung. Nach einem Jahr Rennpause wegen eines Auslandssemesters bestritt er in Tschechien sein allererstes Saisonrennen. Löw erwischte die Kurve perfekt und fuhr im ersten Lauf sensationell die Bestzeit aus – 0,1 Sekunden vor Weltmeister Bertsch und 0,26 Sekunden vor seinem Vereinskameraden, Europameister Noah Sing.

Der zweite Durchgang entwickelte sich zu einem echten Krimi. Zuerst legte Sing eine furiose Fahrt hin. Er meisterte die Kurve flüssig und sicherte sich die Laufbestzeit mit über 0,8 Sekunden Vorsprung auf den vor ihm gestarteten Läufer. Danach war Weltmeister Bertsch an der Reihe: Er gab alles und rettete in der Gesamtabrechnung beider Läufe einen hauchdünnen Vorsprung von gerade einmal 0,01 Sekunden vor Sing ins Ziel. Löw konnte diese Fabelzeiten im Finale nicht ganz unterbieten, landete aber mit nur 0,13 Sekunden Rückstand auf den Führenden auf einem überragenden dritten Platz. Junior Silas Bauer zeigte ebenfalls tollen Sport: Er fuhr auf den 13. Rang und schrammte mit knapp über einer halben Sekunde Rückstand nur ganz knapp an den geehrten Top 10 vorbei.